Bowness-on-Solway – Carlisle – Newcastle

Gestern morgen bot sich uns eine wunderbare Aussicht über den Solway Firth nach Schottland. Nach einem feinen Frühstück schnappten wir uns einen Bus zurück nach Carlisle und legten den Weg unserer letzten zwei Wandertage in deprimierenden 45 Minuten zurück.

In Carlisle wohnten wir in einem riesigen, etwas in die Jahre gekommenen Hotel, wiederum in einem Dachzimmer mit toller Aussicht über die Stadt. Der Vorteil an einem Hotel: es gibt endlich wieder Continental Breakfast! Langsam aber sicher kann ich keine Rühreier mehr sehen…

Wir haben uns bei Marks & Spencer mit neuen Kleidern und bei Thornton’s mit Fudge eingedeckt und haben bei einem Italiener etwas verkochte, dafür untersalzene Spaghetti gegessen.

Heute Mittag sind wir mit dem Zug nach Newcastle zurückgereist. Den Weg unserer ersten sieben Wandertage legten wir bei stahlendstem Wetter in sehr deprimierenden 1.5 Stunden zurück.

In Newcastle besuchten wir das Life Science Museum, ein interaktives Museum, in welchem sich alles um die Wissenschaft dreht. Dort kann man seine Sinne mit verschiedenen Aktivitäten spielerisch entdecken, ein kleines Chemietheater besuchen (sehr lustig!), die Erde aus dem All anschauen und in der derzeitigen Dinosaurier-Sonderausstellung Fossilien ausgraben und einen Dinomagen und Dinokacke befühlen. Im Ganzen ein echt spannendes Erlebnis!

Am Abend gab’s Sushi. Es ist schön, wieder eine Alternative zum klassischen Pubfood zu haben… Nach dem Essen gingen wir dann doch noch auf ein Pint in ein Pub. Es lief ein Fussballspiel – England-Slownien – und die Gäste regten sich mit vielen „Fuck!“, „Shit!“, „Twat!“ und „Garbage!“ über das langweilige Ballgejage auf (zweite Halbzeit und noch keine Tore), tranken, lagen sich in den Armen und tranken noch ein wenig mehr – eine herrliche Geräuschkulisse!

Morgen geht’s wieder nach hause. Ich bin stolz auf unsere Leistung! Und einmal mehr beeindruckt von der rauhen Schönheit dieses Landes und der Herzlichkeit seiner Leute. England, we’re gonna see you soon again!

Die Aussicht aus unserem Zimmer in Bowness-on-Solway

Die Aussicht aus unserem Zimmer in Carlisle Der Zug zurück

Ein Pflanzenfresser

Kein Pflanzenfresser

65 bis 71 Millionen Jahre alte Kacke

Dörel in space

Chrigä in space

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Burgh-by-Sands – Bowness-on-Solway

We made it!!!

Um 13.55 Uhr heute Nachmittag war es soweit: wir erreichten das Ende des Hadrians Wall Path in Bowness-on-Solway! Allen Blasenentzündungen, schmerzenden Beinen und Füssen, Brennnesseln und Sumpflöchern zum trotz. 135 Kilometer und neun Wandertage liegen hinter uns. Viele davon hügelig, einige flach, die meisten wunderschön, ein Teil einfach nur anstrengend…

Der heutige Tag verlief weitaus besser als gestern. Es blieb trocken, windete weniger stark und war nur an einer Stelle richtig sumpfig. Dort füllte ich dafür meinen linken Wanderschuh einmal ordentlich mit Wasser von oben und lief die letzten 5 Kilometer mit ziemlich nassem linkem Fuss…

Unterwegs passierten wir das kleine Dorf Port Carlisle. Dort wurde 1819 ein Hafen gebaut, von welchem aus kleinere Schiffe Güter auf einem Kanal nach Carlisle brachten. Der Hafen wurde bereits 1854 wieder aufgegeben, als eine Eisenbahnstrecke gebaut wurde, welche den Transport der Waren erleichterte. Reste der Hafenmauer kann man allerdings immer noch sehen.

In Port Carlisle trafen wir auch auf Roger, einen verwitterten, freundlichen älteren Herrn, welcher dort einen berühmten Wegweiser pflegt. In einem Buch hat er die Distanzen zu Städten in der ganzen Welt feinsäuberlich von Hand alphabetisch notiert und kann seinen Wegweiser entsprechend anpassen, um danach ein Foto der Wanderer zu schiessen (siehe unten).

Bowness-on-Solway selbst ist weniger als 100 Häuser gross. Es wurde an der Stelle einer römischen Festung namens Maia gebaut, welche die zweitgrösste Festung entlang des Walls war. Von hier aus hat man freie Sicht über die Mündung des Flusses Solway nach Schottland auf der gegenüberliegenden Seite.

In der Geschichte war das Dorf immer wieder Ziel von Plüderungen der Schotten und der Engländer selbst. Im Jahr 1626 wurden die beiden Kirchenglocken von schottischen Plünderern gestohlen. Das konnte man natürlich nicht auf sich sitzen lassen und tat es den Räubern gleich: die Kirchenglocken von Dornock und Middlebie in Schottland läuteten alsbald in der St. Michael’s Church in Bowness-on-Solway.

Nach der letzten Stempelung in unserem Pass machten wir uns auf den direkten Weg ins nächste Pub, um unseren Sieg mit einem Pint zu begiessen. Mein erstes Pint auf dieser Reise (Blasenetzündung und so…)! Und wen trafen wir da? Vier uns wohlbekannte Amerikaner! Wir tranken unser Bier gemeinsam und verabredeten uns sogleich für das Abendessen ebenda.

Dieses war britisch: gross und fettig, aber lecker! Und die Runde war laut und fröhlich!

Drüben in Schottland brennen die Lichter und wir gehen jetzt schlafen…

Good morning cow!

Wir blieben verschont

Ein letztes Stück Strasse, welches auf dem ursprünglichen Mauerverlauf gebaut wurde

Panorama mit Sumpf

A flock of birds beim Mittagessen in einem Bushäuschen

Panorama mit Schafen

Schwumm I

Schwumm II

Panorama mit schönem Baumstamm

Panorama mit Hafenmauerrest in Port Carlisle

We made it!!!

Ave!

Das letzte Stempelböxchen

Ausrangierte Wanderschuhe vor einem B&B in Bowness-on-Solway

Unsere zwei Pässe – mission accomplished!

Carlisle – Burgh-by-Sands

Die Wanderung heute war einfach nur mühsam!

Zuerst holten wir uns den zweitletzten Stempel für unseren Pass ab und wurden bald vom Fluss weg und durch die Stadt geleitet. Dort retteten wir als erstes Dorians Hut, welcher buchstäblich vom Winde verweht wurde und auf einer viel befahrenen Strasse landete.

Danach marschierten wir während etwa zwei Kilometern ebendieser Strasse entlang, bevor wir endlich durch einen kleinen Wald wieder in etwas grünere Gefilde kamen.

Das Grün brachte jedoch auch den Schlamm wieder zurück und wir kamen nur langsam voran, sanken immer wieder ein oder mussten nach Umwegen suchen. Dazu windete es stürmisch und wir mussten aufpassen, dass wir nicht gleich selbst davon flogen – I believe I can fly, oder so…

Bald war der Weg eigentlich unpassierbar. Dennoch kämpften wir uns weiter voran, standen oft tief im Schlamm, kletterten einen Abhang hoch, landeten in den Brennnesseln und wurden dabei von Kühen und Schafen neugierig beäugt. Wir mussten wieder auf eine Umleitung via einer Strasse wechseln. Pause machten wir auf einer Bank unter einem Baum in Beaumont gegenüber einer Kirche, welche direkt auf dem Verlauf des Hadrian Walls steht und aus dessen Steinen gebaut wurde.

Nach einem weiteren Schlamm- und Windmarathon erreichten wir endlich Burgh-by-Sand. Das kleine Dorf erlangte Berühmtheit durch König Edward I. Nachdem dieser einige Monate in Lanercost verbrachte und das Dörfchen dort zur vorübergehenden Hauptstadt Englands machte, starb er im Jahr 1307 in Burgh-by-Sands während einem seiner vielen Kämpfe gegen den schottischen König Robert the Bruce. Allerdings fiel er nicht dem Krieg zum Opfer, sondern erlag der Ruhr. Eine Statue erinnert heute an den König. Sie wurde an seinem 700sten Todestag, am 07.07.07, errichtet.

Den späteren Nachmittag verbrachten wir wieder in Carlisle in derselben Unterkunft wie letzte Nacht. Da der heutige Marsch nicht allzu lang war, blieb uns am Abend noch etwas Energie für einen kurzen Spaziergang durch die Stadt. Wir assen bei einem Griechen und das war so richtig gut!

Morgen geht’s an die letzte Etappe und wenn alles klappt sind wir am Abend am Meer.

Der River Eden am Morgen

Carlisle Castle

Wenn sich der Wanderweg in ein Bachbett verwandelt

Schlammbad

Die Kirche von Beaumont

Edward I in Burgh-by-Sands

Lanercost – Carlisle

Heute war vorallem laaang und mühsam!

Schweren Herzens haben wir am Morgen unser B&B in Lanercost verlassen und uns mit schmerzendem Knie (ich) und beginnender Blase am Fuss (Dorian) auf den 20 Kilometer langen Marsch nach Carlisle gemacht. Es war für den ganzen Tag Regen gemeldet. Dennoch blieben wir bis zu unserer Mittagspause trocken und auch danach blieb es bei Nieselregen. Die häufigen englischen Regenströme haben uns bisher also immer noch verschont. Dafür hat es stark gewindet und wir sanken teilweise knöcheltief im Schlam ein, kletterten über Zäune und hangelten uns an Toren und Gattern entlang (um nicht komplett im Schlamm zu versinken). Schnell voran kamen wir meistens nicht… 

Die (sichtbare) Mauer haben wir bald hinter uns gelassen und sind nur noch ab und zu dem altbekannten Mauergraben begenet, welcher schliesslich auch verschwand.

Kurz vor Carlisle kam dann bereits die Fussgängerbrücke über den Fluss Eden in Sicht, welche das Ende unserer heutigen Etappe darstellte. Unsere heutige Unterkunft liegt nur ein paar hundert Meter dahinter. Die Brücke war jedoch gesperrt und jeder Gedanke an ein illegales Überqueren wurde beim Anblick der massiven Absperrgitter im Keim erstickt. So mussten wir wohl oder übel dem Flusslauf zur nächsten Brücke folgen und nahmen einen Umweg von weiteren drei Kilometern unter die Füsse…

Wir sind erledigt. Unsere Füsse und Beine fühlen sich an wie Blei und auch jetzt, einige Stunden nach der Wanderung, ist keine Besserung in Sicht.

Dafür haben wir in einem italienischen Restaurant in der Nähe sehr lecker gegessen. Und ein paar alte Bekannte wieder getroffen: die vier Amerikaner aus unserem B&B in Lanercost haben sich ebenfalls dort verpflegt und es gab ein freudiges Wiedersehen!

Nun hoffen wir auf eine erholsame Nacht und darauf, dass morgen etwas angenehmer wird…

Birds on a wire zum Start

Das letzte Stück „sichtbare“ Mauer: es wurde einst ausgegraben und später wieder vergraben, da man merkte, dass die Wetterbedingungen für den Stein nicht gut sind.

Panorama mit Fussgängerbrücke

Panorama mit Schafen und KühenAb in den Dschungel

Immer der Nase nach

Panorama mit dem kleinen Flughafen von Carlisle

Panorama mit dem letzten Mauergraben für eine Weile

Greenhead – Lanercost

Die heutigen 14 Kilometer waren wieder etwas flacher. Allerdings sind wir selbst wohl etwas langsamer geworden und brauchten für die Etappe dennoch sechs Stunden (mit Pausen versteht sich). Ob dies nun die Entdeckung der Langsamkeit ist?

Heute hat’s uns auch zum ersten Mal so richtig verregnet. Die gute Nachricht dabei: unsere Regenkleider und die Schuhe sind absolut dicht!

Unterwegs passierten wir die britische Wasserscheide, von wo aus das Wasser auf der einen Seite in die Nordsee und auf der anderen Seite in die Irische See fliesst. Unser Wanderführer meinte an dieser Stelle: „…and after 20m you find yourself in somebody’s vegetable garden. When we walked the HWP (Hadrians Wall Path) last, the trail started at the leeks and led around the strawberries to a stile after 10m.“ Wir starteten heute bei den Kartoffeln und umrundeten ebenfalls viiiele Erdbeeren (ohne Früchte zu dieser Jahreszeit – of course!).

Gewandert sind wir ansonsten – Überraschung! – entlang der Mauer, welche dann irgendwann einer schmaleren Mauer neueren Datums Platz machte und gelangten schlussendlich zurück nach Lanercost in unser neues Lieblings-B&B. Die haben hier sogar ein Gestell, wo man seine Schuhe am Abend hinhängen kann, damit sie über Nacht getrocknet werden und am Morgen schön warm sind! F.A.N.C.Y!!!

Zum Abendessen fuhr uns Tim von unserem B&B in ein Pub, welches für Fussmärsche viel zu weit entfernt gelegen wäre! Zurück fuhr dann eine nette Dame vom Pub selbst, alles im Preis inbegriffen. Wir haben ganz gut gegessen und sind nun müde aber satt wieder zurück.

Morgen setzen wir unsere Wanderung nach Carlisle fort. Die Wetterprognosen sehen schlimm aus und wir hoffen auf wenigstens einige trockene Abschnitte…

Zum Start ein See im Mauergraben

Die Fundamente einer römischen Brücke über einen Fluss, der heute woanders durchfliesst

Die neue Brücke über den aktuellen Flusslauf

So sah es in einem grossen Wachturm (Milecastle) zu Zeiten der Römer aus…

…und das ist heute davon übrig

So sah es in einem kleine Wachturm (Turret) zu Zeiten der Römer aus…

…und das ist heute davon übrig

Panorama beim Mittagessen

Schwümm!

U no meh Schwümm!

Zur Abwechslung mal Wald statt Wiese

Matthews honesty box: hier gibt es Verpflegung für Mensch und Hund gegen den Betrag von einem Pfund pro Artikel und ein Gästebuch dazu. Wir finden, Matthew rockt!

Ein Stück Mauer in der Nähe der Hare Hill Farm. Lange glaubte man, dass es sich hier um das am besten erhaltene Stück Mauer des ganzen Walls handelt – bis man herausfand, dass es im 19. Jahrhundert aus Originalsteinen rekonstruiert wurde.

Panorama zum Feierabend

Die Einfahrt zur Lanercost Priory

Das Innere des vorderen Kirchenteils. Die Anlage war in den langen englisch-schottischen Kriegen stets umkämpft und wurde schlussendlich aufgegeben. Das Dach wurde im 18. Jahrhundert in einem Teil wieder aufgebaut, damit die Anwohner eine intakte Kirchen im Ort haben.

Der hintere Teil der Kirche

Der dazugehörige Friedhof

Schuhtrockengestell im Abbey Bridge B&B

Hexham/Chollerford – Housesteads/Haltwhistle/Housesteads – Greenhead

26.9.17

Heute legten wir wie bereits erwähnt einen Tag Wanderpause ein. Wir haben ein paar stinkende T-Shirts gewaschen und sind gegen Mittag mit dem Bus ins benachbarte Städtchen Hexham gefahren.

Dort haben wir zuerst in einem Cafe zwei wirklich grossartige Paninis (finally back to the land of  the great grilled sandwiches!) gegessen, uns danach die alte Abtei angesehen und uns schliesslich mit den ersten Souvenirs eingedeckt.

Die Abtei ist ein ehrwürdiges altes Gebäude, sehr gross, sehr schön und sehr gut unterhalten. Dieser Unterhalt kostet anscheinend GBP 10’000 pro Woche! Um Spenden wird denn auch rege gebeten.

Auch ein Wanderer

Hexham Abbey von aussen…

…und von innen I…

…und von innen II

Unser B&B auf dem Lincoln Hill in Chollerford

27.9.17

Heute setzten wir dann unsere Wanderung fort. 14 Kilometer standen auf dem Programm. Was gemütlich klingt, war ein strammer Marsch durch eine sehr hügelige, wunderschöne Landschaft mit vielen römischen Steinhaufen.

Zeit für ein wenig Geschichtskunde:

Hadrian, römischer Kaiser ab 117 nach Christus, war klug genug, um einzusehen, dass eine weitere Ausdehnung seines Reiches keinen Sinn ergab. Daher schützte er es mit einem mächtigen und laaangen Wall gegen die Barbaren im Norden. Ähnlich wie bei einem Zoll ging es dabei jedoch vorallem darum, Kontrolle über Ein- und Austritte aus dem Reich zu haben und nicht darum, Leute ein- oder auszusperren.

Die Reste der Mauer geben noch heute ein beeindruckendes Bild der Militärführung und der Fähigkeiten der Römer ab: die Mauer ist zwei bis drei Meter breit und durchzog einst das heutige England einmal von ganz im Osten nach ganz im Westen. Nach jeder Meile stand ein grösserer Wachturm, in welchem die Soldaten auch wohnen konnten. Jeweils dazwischen stand ein kleinerer Turm, welcher ausschliesslich als Wachturm diente. Ergänzt wurden diese Türme durch Forts, welche teilweise halbe Städte waren.

Das am besten erhaltene Fort, Housesteads, war das Ziel unserer heutigen Etappe. Schon während unserer Wanderung kamen wir an etlichen Mauerresten und Grundmauern vorbei. Das Fort selbst schlug dann jedoch alles: ein riesiges Feld mit Mauerresten einer kleinen Stadt mit Herrenhäusern, Baracken für die Soldaten und der ältesten Toilette Englands!

Den ganzen Tag war es trocken, hatte jedoch stark gewindet und war ziemlich kalt. Endlich in unserem B&B angekommen gab es erstmal heissen Tee und eine ebensolche Dusche, bevor wir gleich nebenan in einem Pub auch etwas zu essen bekamen. Es ist das einzige Pub weit und breit und das Essen war etwas enttäuschend. Da wir hier – aus Mangel an verfügbaren Unterkünften – jedoch zwei Nächte bleiben, werden wir wohl auch morgen wieder dort einkehren.

Meine Füsse und Beine sind trotz des heutigen Auf und Abs weniger müde und schmerzen fast nicht. Es gibt also noch Hoffnung für den weiteren Weg. Morgen sind wir in der Hälfte und gelangen langsam aber sicher in den Westen des Landes.

Start auf dem Lincoln Hill

Erstes Panorama des Tages

Dörel im Turm

Mauer mit Baum

Panorama mit Mauergraben

MithrastempelPanorama mit KühenWachturm (auf dem hier wurde im Mittelalter ein kleines Bauernhaus errichtet)

Aussicht beim Erledigen eines kleinen GeschäftsPanorama mit SeeGraue KuhSelfie im Wind

Panorama mit Milecastle

28.9.17

Blasenentzündung – haha! …Kacke!

Der Arzt verschrieb mir ein Antibiotikum und meinte, wenn ich nicht wandern könne, solle ich doch einfach in ein Pub gehen. „We don’t have your mountains, but we certainly do some great beer!“ Ob der Mann weiss, was eine Blasenentzündung genau ist?

Ich habe den Nachmittag verschlafen (die letzte Nacht war eher furchtbar) und fühle mich nun etwas besser. Die Fortsetzung unserer Wanderung für morgen könnte klappen…

Hier gibt’s keine Fotos. Arztpraxen sehen in England doch recht ähnlich aus wie zuhause…

29.9.17

Wir sind wieder gewandert.

Von Housesteads Fort ging es zuerst im Regen und dann mit zunehmendem Sonnenschein Hügel hoch und Hügel runter während 15 Kilometer weiter in Richtung Westen. Es war der anstrengendste Teil des Wegs mit zum Teil unglaublich steilen Auf – und Abstiegen. Jedoch war es bisher auch der mit Abstand schönste Teil und wir waren oft fast ehrfürchtig erstaunt ob der wunderwunderschönen Gegend!

Ein Highlight bildete bereits im ersten Teil der Wanderung der Sycamore Gap. Namensgebend ist die riesige Platane (englisch: Sycamore) in der Mitte. Dieser Ort kam zu einiger Berühmtheit, als Robin Hood zusammen mit seinem maurischen Begleiter Azeem in einer Szene des Films von 1991 bei diesem Baum auf der Mauer herumturnte.

Der Rest des Wegs war hart und bis zum Schluss waren wir einfach nur noch froh, dass wir in einem Taxi sitzen konnten und nicht mehr laufen mussten. Ab jetzt soll es wohl wieder etwas flacher werden und ich kann nicht behaupten, dass ich darüber auch nur im Geringsten traurig bin…

Unsere heutige Unterkunft liegt in einem ehemaligen Pub in Lanercost, einem winzigen Dörfchen mit einer berühmten ehemaligem Klosteranlage. Es ist schwer vorstellbar, aber Lanercost war im 14ten Jahrhundert sogar einmal für kurze Zeit die Hauptstadt von England.

Heute Abend wurden wir direkt bei uns im Haus verköstigt. Das war nach dem heutigen Marschkrampf doch eine wirklich tolle Aussicht! Wir sassen zu zehnt um einen grossen Tisch, alles Wanderer, vier aus Kalifornien, vier aus England und wir beiden aus der Schweiz. Es war eine lustige Runde. Und es war lecker!! Es gab zuerst einen mit Ricotta gefüllten Portobellopilz, danach Pouletschenkel mit viele Gemüse aus dem Ofen und zum Dessert noch ein Stück Schokoladenkuchen. Wir sind satt und glücklich!

Milecastle mit Rest des ursprünglichen Nordtors

Sycamore Gap mit freudigem Dörel

Sycamore Gap ohne freudigen Dörel

Ein Zuschauer

Green Slack – mit 345 MüM der höchste Punkt unserer Wanderung

Horizont mit Kuh

Blick zurück

Panorama mit Sonnenschein

Panorama mit ehemaligem Steinbruch (heute See)

Viiiel Mauer

Kauender ZuschauerSchneller Zuschauer

East Wallhouses – Chollerford

Letzte Nacht hatte es geregnet und auch heute morgen war der Himmel noch grau und verhangen. Abgesehen von einem leichten anfänglichen Nieselregen blieben wir jedoch auch heute trocken. Am Nachmittag zeigte sich sogar wieder ab und zu die Sonne.

Wir starteten in East Wallhouses bei Robin Hood Inn. Geoff setzte uns wieder genau da ab, wo er uns gestern aufgegabelt hatte.

Der Weg führte auch heute grösstenteils der Strasse von General Wade entlang. Die Wege sind grasig, manchmal steinig oder schlammig und sehr angenehm zum begehen. Allerdings machte der Strassenlärm das Unterfangen stellenweise etwas ungemütlich.

Irgendwo am Weg, bei einer kleinen Mauer, trafen wir auf zwei Wanderer aus London. Sie hatten einen leicht anderen Wg hinter sich und waren kurz vorher durch eine kleine Häusergruppe mit Schloss und Kirche gekommen. Da dieser Weiler von unserem Weg her gut sichtbar war, entschlossen wir uns für einen kurzen Abstecher.

Der Weg war weiter als gedacht und Halton Castle heute geschlossen. Dennoch war es einen Abstecher wert, denn der kleine Weiler ist wirklich sehenswert!

Unsere Gastgeberin von letzter Nacht hatte uns gesagt, dass wir kein Picknick brauchten, da es unterwegs Verpflegungsmöglichkeiten geben würde. Tatsächlich kamen wir um die Mittagszeit bei einem Pub an, welches jedoch geschlossen hatte. Auch die weiteren Tearooms am Weg sind montags geschlossen, da war nichts zu machen. So verpflegten wir uns mit Nüssen, teilten einen massiven Haferflockenriegel und eine Banane und tranken Wasser und Tee. Wirklich satt machte dies nicht und so waren wir bei unserer Ankunft in Chollerford so ausgehungert, dass uns das Sandwich im Tearoom des Chester Roman Fort wie der Himmel auf Erden vorkam – ich hätte ja nicht gedacht, dass mich ein weiches englisches Sandwich ohne Geschmack mal so erfreuen könnte!

Hier erhielten wir auch den dritten Stempel für unseren Pass. Es nimmt langsam Formen an!

Nach einem weiteren guten Kilometer erreichten wir unsere heutige Unterkunft. Leazes Head B&B liegt auf einem Hügel und ist eigentlich eine riesige Farm mit Garten und einer beeindruckenden Auffahrt. Unser Zimmer ist grosszügig und sehr gemütlich, mit Holzboden und einem stillgelegten Cheminée.

Am Abend hat uns unser heutiger Host in ein Pub gefahren. Das nächste Exemplar davon liegt nämlich 1.5km entfernt und so haben wir uns gegen dieses Angebot nicht mal im Ansatz gewehrt. Es gab eine Fleischcasserole für Dorian und frittierte Crevetten für mich, dazu etwas gummige Pommes Frites und einen bunten Salat. Auch für den Rückweg konnten wir wieder auf unseren Host zählen und dafür lieben wir ihn sehr!

Ich bin sehr erledigt! Umso besser, dass wir morgen unsere Wanderung für einen Tag unterbrechen und uns hier in der Gegend umschauen.

Cat of the day

Zuschauer I

Zuschauer II

Zuschauer III

Panorama mit schönem Feld

Panorama mit vielen Schafen

Die Siedlung um Halton Castle aus der Ferne…

…und aus der Nähe

59 miles to go

Bäume und Schaf

Männlein im Walde

Hadrians Mauerreste

Panorama mit Mauerresten

Der Tyne wird immer schöner!

Newburn – East Wallhouses

Wie erwartet (und erhofft!) schliefen wir letzte Nacht wie zwei Steine und erwachten heute morgen einigermassen erholt.

Nach einem reichhaltigen Frühstück (mit Black Pudding für Dorian – yikes!) fuhr uns John zurück nach Newburn, wo die heutige Wanderung startete.

Das Wetter war uns wiederum wohlgesonnen und blieb den ganzen Tag trocken, stellenweise sogar etwas sonnig. Wir sind gar nicht mehr so sicher, ob wir wirklich in England gelandet sind…

Der Weg führte zuerst wiederum dem Tyne entlang durch einen herrlichen Baumtunnel. Bald kamen wir an eine Kreuzung, an welcher unsere Wegbeschreibung sich nicht allzu klar ausdrückte und auch keine Wegweiser ersichtlich waren… Wir entschieden uns für einen kleinen Weg, welcher geradeaus führte und landeten je länger je mehr auf einem kleinen Trampelpfad entlang einem Feld. Das konnte nicht stimmen, zumal wir auf der anderen Seite des Felds unter den Bäumen einen anderen Weg und weitere Wanderer ausmachen konnten.

Wir liefen trotzdem weiter, konnten das sumpfig aussehende Feld schliesslich an einer Stelle überqueren und landeten auf einem asphaltierten Weg wieder in der Zivilisation.

Dieser Weg ist ein ehemaliger Waggonway. Waggonways sind die Vorgänger der Eisenbahnstrecken und dienten vor der Erfindung des Zugs den Pferdewagen zum Transport von Kohle zum Hafen von Newcastle.

Hier erfand George Stephenson dann auch den ersten Zug. Das Geburtshaus von besagtem Herrn befindet sich in der Nähe des Wegs und kann besichtigt werden. Wir liessen dies jedoch aus und machten uns an den Aufstieg durch einen wunderschönen Wald und weg von Fluss nach Heddon-on-the-Wall.

Und da war er endlich: der Hadrians Wall! Ein ordentlich langes Stück Mauer, bis zu drei Metern breit und doch ziemlich beeindruckend! Wir stiegen kurz darauf (hier darf man das, aber wohl nicht überall), schossen ein Selfie und setzten unseren Weg durch das kleine Dorf fort.

Bald bogen wir in die Strasse mit der Nummer B6318 ein. Diese wurde tatsächlich AUF dem Hadrians Wall gebaut. Getan hat dies der berühmte General Wade, um den Norden schneller zu erschliessen und sich gegen die schottischen Jakobiten unter Bonnie Prince Charlie zu wehren. 1746, Schlacht bei Culloden, Sieg der englischen Rotröcke… der Rest ist Geschichte.

Wir blieben nun stets in der Nähe dieser Strasse, wanderten über Wiesen und im alten Wallgraben, machten bei einem Bauernhof Pause, flirteten mit einer hungrigen, liebesbedürftigen und etwas aufdringlichen Katze, einigen Rindern und vielen Schafen.

Der Schlusspunkt der heutigen Etappe befindet sich beim Robin Hood Inn in East Wallhouses. Dort gab es auch den zweiten Stempel für unseren Pass und ebenfalls dort erwartete uns bereits Geoff, welcher uns in seinem an einen Rolls Royce oder Bentley erinnernden Chrysler nach Corbridge und zu unserer heutigen Unterkunft fuhr.

Corbridge ist eine kleine Stadt am Ufer des Tyne, der hier ein wunderbar ruhiger, grün-blauer Fluss ist, welcher nicht die geringsten schlechten Gerüche von sich gibt – herrlich!

Wir sind bereits etwas lädiert, die Füsse und Beine tun weh und wir sind vorallem müde… Dennoch machten wir uns am Abend auf den etwa zehnminütigen Spaziergang ins Städtchen zum Essen. Wir assen im Black Bull, einem alten Pub mit einer wunderbaren Speisekarte. Dorian ass einen Wagyu Burger, ich ein klassisches Surf & Turf. Dazu gab es Gemüse und die leckersten Pommes Frites mit Rosmarin!

35 km sind geschafft, fehlen noch 100. Wir hoffen nun auf eine weitere ruhige Nacht und darauf, dass sich unsere Beine und Füsse bis morgen erholen…

Tyne mit Ruderboot

Der alte Waggonway

Die Nuss führt zum Ziel

Ein ausrangierter Traktor kurz vor Heddon-on-the-Wall

Mauerselfie

Wiesenweg

Katzenbesuch beim Mittagessen

Efeu

Schnäggli

Robin Hood, Dorian und der Chrysler

Der wunderschöne Tyne

Gässchen in Corbridge

Wallsend – Newburn

Heute morgen zeigte sich die ganze Pracht unserer Umgebung: so haben wir die erste Nacht unserer Reise direkt gegenüber einer abgebrannten Kirche (die erste Ruine – yay!) und nur einige Schritte vom offenen Meer entfernt verbracht.

Nach einem reichhaltigen britischen Frühstück mit Eiern, Speck, Müesli, Früchten, Bohnen, Tomaten, Saft, Tee (es gab für mich sogar ein Minzentee!) und Kaffee machten wir uns auf den Weg zur Metrostation, wo wir prompt den Zug in die falsche Richtung nahmen. Dies bemerkten wir zum Glück schon nach zwei Stationen, stiegen aus, auf der anderen Seite wieder ein und fuhren nach Wallsend, wo unsere Wanderung bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein startete.

Als erstes holten wir im Museum beim Fort Segedunum den ersten Stempel für unseren Hadrians Wall Pass. Wer nämlich den ganzen Weg abläuft, der darf sich – ähnlich wie auch auf dem Jakobsweg – über einen Pass als Beweis seiner Leistung freuen.

Das Fort Segedunum stammt aus der Römerzeit und besteht heute aus Mauerresten des Forts selbst und eines Badehauses, welche knapp aus dem Rasen hervorlugen.

Auf unserer weiteren Wanderung gab es keine römischen Überbleibsel mehr zu sehen: wir liefen entlang dem Fluss, auf ehemaligen Zugtrassees, an der Uferpromenade, quer durch Newcastle selbst, unter vielen grossen und kleinen Brücken hindurch und schliesslich aus der Stadt hinaus, in ein immer grüner werdendes England nach Newburn, dem Endpunkt der heutigen Etappe.

Der Fluss ist anfangs eine mehrheitlich stinkende Brühe. Er riecht nach Teer (dank der Verseuchung des Ufers durch ehehemalige Teerfabrik), Öl, Fisch, Schlamm und auch nach einigen undefinierbaren Sachen, welche wir nicht genauer erörtern wollen. Bereits im Zentrum von Newcastle wird dieser Geruch jedoch überdeckt von einer typischen Stadtmischung aus Abgasen, Menschen und allerlei Essbarem. Hinter der Stadt riecht er gar nicht mehr und seine Farbe wechselt langsam aber stetig von einem öligen Schlammbraun in ein bräunliches Grün – es besteht also wohl noch Hoffnung!

Wie es sich für eine geschichtsträchtige Stadt gehört, werden auch in Newcastle allerlei Sehenswürdigkeiten anhand von Schildern erläutert. So sah das Stadtbild bis vor etwa 50 Jahren noch komplett anders aus: bis weit flussaufwärts florierten der Schiffbau und die Industrie und die Ufer waren überbaut mit Werften, Fabriken und Anlegestellen. Heute führt fast durchgehend eine Promenade am linken Ufer entlang, während nur die rechte Seite noch einige wenige Fabriken beheimatet. Von letzteren haben aber die meisten wohl auch schon bessere Zeiten erlebt und viele sind sogar bereits stillgelegt.

Die sechs Brücken von Newcastle – eine beeindruckender als die andere – geben dem Stadtbild einen mächtigen Ausdruck und lassen einem etwas vom Wirtschaftserfolg spüren, der hier einmal geherrscht haben muss.

Schliesslich kamen wir endlich in Newburn an, wo wir von John (unserem heutigen Host) abgeholt und nach Wylam in unsere heutige Unterkunft gefahren wurden. John ist ein gemütlicher, unglaublich freundlicher und sympathischer älterer Herr, der uns – sehr vorausschauend – bereits einen Tisch in der benachbarten Pizzeria reserviert hat – dafür lieben wir ihn sehr!

Die Pizzas waren denn auch sehr lecker! Dorian hatte ein Exemplar mit roten Peperoni, ich eines mit Ziegenkäse, Spinat und getrockneten Tomaten – eine wahre Freude!

Die ganze Wanderung war – gerade für den ersten Tag – sehr anstrengend! Wir liefen fast ausschliesslich über asphaltierte Wege und meine Füsse surren immer noch ein wenig und fühlen sich an, als würden sie sich bald vom Rest des Körpers verabschieden. Es könnte also durchaus sein, dass wir bald schlafen und dass der Schlaf gut sein wird!

Die Ruine der Kirche gegenüber unserer letzten Unterkunft

Dem Meer ganz nah!

Der Zug in die falsche Richtung

Mein Römer

Fort Segedunum

Das Badehaus

84 miles to go

Eine Sitzbank aus einem Eisenbahnüberbleibsel

Schwümm!

Panorama über den Tyne

Ein Zuschauer

Ankunft in Newcastle

Brückenpanorama I

Brückenpanorama II

Brückenpanorama III

Off to a new adventure

Endlich Ferien!!! Darauf haben wir lange gewartet!

Heute Abend sind wir von Genf nach Newcastle geflogen. Von hier aus starten wir morgen unsere Wanderung entlang dem Hadrians Wall an die Westküste von England.

Die Reise war ruhig und angenehm. In Newcastle leisteten wir uns ein Taxi, welches uns nach Whitley Bay zu unserer ersten Unterkunft fuhr.

Whitley Bay ist ein Vorort von Newcastle und liegt am Meer. Wenn es nicht schon dunkel wäre, wäre es wohl durchaus sehenswert…

Wir haben uns eingerichtet und haben uns danach noch auf einen kurzen Spaziergang durch den Ort gemacht. Vom Meer sah man eben nicht viel (vergleiche Bild weiter unten). Dafür hat Dorian in einem indischen Take Away eine Portion Essen gekauft, welche wir mit auf unser Zimmer genommen haben.

Die Portion ist eigentlich für eine Person gerechnet. Aber ich muss meinem armen Mann wohl bei deren Vernichtung helfen – der Inder war etwas gar grosszügig!

Lecker ist es allemal! …trotz der mir ja sonst nicht so lieben Gewürze…

Ich bin reif für’s Bett! Reisen macht müde… Morgen wandern wir dann entlang dem Fluss Tyne quer durch Newcastle und werden wohl schon das eine oder andere römische Überbleibsel bestaunen können.

Offizielles Startfoto im Bahnhof Bern

Dunkel war’s… (das ist das Meer)

Der kleine Snack vor dem Schlafen