Anse Lazio, La Digue & zurück nach Mahé

Donnerstag, 13.4.

Heute besuchten wir die Anse Lazio (Anse = Strand).

Wir fuhren mit dem Bus bis zur Endstation und liefen danach mit einigen anderen Touristen das letzte Stück zum Strand. Der Marsch dauerte etwa 20 Minuten; es ging über einen steilen Hügel und die Hitze war brütend…

Gestern Abend hatte es heftig geregnet. Das hat die Wassertemperatur etwas abgekühlt und das Meer war heute um einiges erfrischender!

Den Tag verbrachten wir mit baden, schnorcheln und essen – also alles wie es sein soll!

Panorama am Anse Lazio I

Panorama am Anse Lazio II

Dorian und die Kokosnuss

Freitag, 14.4.

Heute sind wir mit der Fähre auf die nächste Insel – nach La Digue – getuckert.

Die Überfahrt war ruhig und gut klimatisiert, die Ankunft dafür superchaotisch und wahnsinnig heiss!

An der Anlegestelle warteten bereits die Passagiere für die Rückfahrt. Es waren eine ganze Menge Leute und so hatten wir kaum Platz zum Aussteigen, geschweige denn zum Entgegennehmen unserer Koffer. Das Ganze wurde untermalt vom Fluchen der wartenden und der aussteigenden Passagiere, dessen Ignorieren seitens der Bootsangestellten und einer schier unglaublichen Hitze mit einem erdrückenden Gemisch allerlei mehr oder weniger penetranter Gerüche.

La Digue ist etwa 10 Quadratkilometer gross. Es gibt hier nur ganz wenige motorisierte Fahrzeuge. Man ist wohl daran, die Insel mit Elektrofahrzeugen auszustatten, das dauert aber – wie vieles hier – seine Zeit… Bis dahin fährt man am besten Fahrrad.

Von der Bootsanlegestelle erreichten wir in etwa drei Minuten zu Fuss unser Hotel. Dort angekommen erhielten wir einen eisgekühlten Orangensaft und die Mitteilung, dass der Internetzugang bereits seit einigen Tagen ausser Gefecht gesetzt ist und unser Zimmer in ein paar Minuten fertig sei.

Wir warteten. Es war immer noch wahnsinnig heiss. Irgendwann hiess es wir könnten nun unsere Fahrräder entgegennehmen. Die Receptionistin liess die Reception Reception sein und führte uns über die Strasse, unter ein paar Bäumen durch, an einigen müden Kühen und einer grossen Salatplantage vorbei zu einer kleinen Scheune, in welcher sich die Fahrräder befanden.

Der Zustand derselben ist etwas ambivalent. So funktioniert entweder die Gangschaltung oder die Reifen haben Luft – eine Kombination von beidem ist eher schwierig zu finden. Wir haben nun zwei Exemplare gefunden, die ein wenig Luft in den Reifen haben und bei denen die Gangschaltung ein bisschen funktioniert. Über die Insel sollten wir damit allemal kommen…

Die Receptionistin ist übrigens ein junges Mädchen, welche sich tatsächlich über die Hitze beklagt hat. Sowas hört man von den Einheimischen doch eher selten und sie war mir sofort sympathischer! Ich sagte dann zu ihr, sie solle doch nach der Arbeit so rasch wie möglich baden gehen. Sie gab mir zur Antwort, dass sie leider nicht schwimmen könne. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht…

Dann war endlich unser Zimmer fertig. Mir war mittlerweile schwindlig vor Hitze und ich hatte Kopfschmerzen, so dass ich kalt duschte (das Wasser läuft nur ab und zu, mit minimalem Druck, dafür aber herrlich erfrischend) und mich den Rest des Nachmittags in die Schneise der Klimaanlage legte, viel Wasser trank und ein bisschen vor mich hin döste. Dorian fuhr derweil sein Fahrrad ein und erkundete schon mal das kleine Dorf.

Mittlerweile bin ich wieder einigermassen auf dem Damm. Zum Abendessen gab es Take Away (gebratener Fisch, Gemüsenudeln und Curry mit Schwein) und einen Stromausfall. Die kleine Notstromlampe in unserem Zimmer lieferte dazu ein romantisch-bleiches Licht und wir mussten immer wieder laut loslachen.

Nun ist der Strom wieder da. Die Klimaanlage schnurrt. Und wir sind beide total müde und gehen jetzt schlafen.

Blauer Fisch zur Abwechslung

Still many fish in the sea

Samstag, 15.4.

Heute waren wir nun mit unseren Fahrrädern unterwegs.

Wir fuhren – Hügel aufwärts, Hügel abwärts – quer durch den Dschungel, vorbei an Häusern, Hühnern, Hunden, immer wieder anderer Musik, einem kleinen Verkaufsstand an welchem eine Berner Fahne wehte, durch unendliches Grün, begleitet von Mücken, Fliegen und einem wunderbar erfrischenden Fahrtwind – ein herrliches Erlebnis!

Die Insulaner sind ein gemütliches Volk. Sie bewegen sich gemächlich, singen und pfeifen und grüssen fröhlich. Nur Auto fahren tun sie wie die Henker! Die paar motorisierten Fahrzeuge haben wohl vorallem ein Gaspedal, jedoch vermutlich keine Bremsen…

Wir fuhren zu den Stränden im Süden der Insel: Grand Anse, Petite Anse und Anse Cocos – wobei wir bis zu letzterem nicht gekommen sind.

Die Strasse endet kurz vor Grand Anse. Wir stellten unsere Fahrräder zu den anderen an den Wegrand und setzten unseren Weg zu Fuss fort. Die Grand Anse ist ein beeindruckender Strand: breit und gegen das Wasser steil abfallend, mit einer unglaublichen Menge an von Wind und Wasser abgerundeten Felsen und mit riesigen Wellen!

Wir kühlten uns zuerst im Meer ab und machten uns dann auf zur Petite Anse (laut unserem Minireiseführer schreibt sich das tatsächlich Grand Anse, also in der männlichen Form und Petite Anse, also in der weiblichen Form. Ich tippe auf eine kreolische Sprachkreation).

Der Weg führte uns über einen felsigen Pfad einen Hügel hoch und wieder runter. Drüben angekommen waren wir bereits wieder erledigt und setzten uns in den Schatten einer winzigen Strandbar, tranken eisgekühlten Saft und assen frische Kokosnuss.

Die Petite Anse ist nicht viel kleiner als die Grand Anse, hat dafür aber grössere Wellen. Ich führte mir diese noch aus der Nähe zu Gemüte, worauf wir wieder den Rückweg antraten. Die Anse Cocos wäre nochmal ein Fussmarsch von etwa 20 Minuten entfernt und dafür war uns einfach zu heiss…

Da die Grand Anse ein Strand ohne schattenspendende Bäume ist, haben Einheimische aus Palmenblättern mehrere kleine Hüttchen gebaut. Wenn man den Jungs eine Kokosnuss (aufgeschnitten und mit Strohhalm versehen) abkauft, darf man sich dafür so lange man will an den Schatten legen. Wir kauften zwei Kokosnüsse, erhielten dazu einige frisch geschnittene Kokosnussstücke, legten uns ins Kabäuschen und schlürften die kühle und erfrischende Milch – ein wenig fühlten wir uns wie Robinson Crusoe, einfach mit mehr Service!

Die Fahrt zurück war wiederum luftig und die kühle Dusche im Hotel brachte uns wieder auf eine etwas angenehmere Körpertemperatur.

Die Aussicht des Tages

Ferien wie sie sein sollen

Der Freund des Tages

Sonntag, 16.4.

Wir wurden von einem krähenden Hahn geweckt. Unser Hotel liegt etwas vom Meer entfernt inmitten einer saftig grünen Umgebung. Im Garten der Nachbarn laufen Hühner, Hähne und Hunde frei herum.

Am Morgen war es noch ein kleines bisschen weniger heiss als sonst, das sollte sich während des Tages jedoch noch ändern.

Wir fuhren erst gegen Mittag mit unseren Velos los und nahmen den Nordweg der Insel unter die Räder. Es ging vorbei an diversen Shops, Hotels und einem Friedhof, Hügel hoch und Hügel runter, oft an der brennenden Sonne und mir war schon bald wieder ordentlich schummrig zumute…

So entschieden wir uns für ein Bad im Meer und blieben gleich den ganzen Nachmittag am selben Ort. Den Strand hatten wir die ersten paar Stunden für uns alleine. Wir legten uns in den Schatten eines grossen Baumes mit einem schön dichten Blätterdach, schnorchelten über einem Korallenriff und sahen Seeigel und viele grosse und kleine Fische.

Direkt hinter dem von uns auserkorenenen Badespot befindet sich ein Restaurant, in welchem wir einen herrlichen Tintenfischsalat und ein Thunfischsandwich assen. Dazu gab es frischen Saft (ein Gemisch aus Orange, Mango, Guave, Apfel, Banane und Passionsfrucht – ein herrliches Gesöff!).

Den Rückweg legten wir sehr gemütlich zurück – bergauf schoben wir die Fahrräder gemächlich neben uns her, bergab liessen wir uns den Fahrtwind um die Ohren wehen. Langsam kommen wir im Inselgroove an. Schnell geht hier einfach nicht…

Ostern wird hier übrigens vorallem laut gefeiert. Die meisten Seychellois sind Katholiken und so ist dies auch hier ein wichtiger Feiertag. Am Vormittag gab es die Messe mit einer gut hörbaren Prozession durch die kleinen Strassen, tagsüber wurde en famille am Strand grilliert und lautstark Musik gehört und mittlerweile ist man in den Gärten mit tanzen, singen und trinken beschäftigt. Alle Festivitäten klingen fröhlich und sind weithin hörbar…

Gerade eben waren wir nochmal draussen, sind durch die dunkle Strasse spaziert, haben uns den dunkelsten Platz ausgesucht und den Sternenhimmel betrachtet. Es gibt hier nur ganz wenig künstliches Licht und die Menge an sichtbaren Sternen ist überwältigend!

Ich bin dennoch nicht unglücklich, dass wir morgen wieder nach Mahe zurück fahren. Ein bisschen mehr Zivilisation, ein ruhigeres Meer und funktionierendes Internet haben durchaus ihren Reiz…

Aussicht des Tages

Panorama des Tages

Find the crab

Montag, 17.4.

Was für ein Tag!

Wir nahmen es heute morgen gemütlich: nach dem Frühstück erhielten wir gratis ein Late Check-out bis 12.00 Uhr. Dorian ging schon mal zum Hafen und besorgte die Tickets für die Fähre, während ich fertig packte. Danach warteten wir und vertrieben uns die Zeit mit lesen.

Kurz vor zwölf fuhr uns die Hotelmanagerin mit ihrem Elektrowagen zur Bootsanlegestelle. Dort startete dann der weniger gemütliche Teil des Tages: zuerst warteten wir auf die Fähre. Schliesslich kam eine solche an, Leute stiegen aus, andere wollten gleichzeitig rein und alles war wiederum sehr chaotisch.

Irgendwann kam dann noch eine zweite Fähre an und es war nicht klar, welche nun nach Mahé und welche nach Praslin fährt. Schilder gab es keine, Informationen auch nicht.

Wir fanden schliesslich heraus, dass die zweite Fähre nach Mahé fährt und stellten uns in die andere Reihe, sofern man überhaupt noch von Reihe sprechen konnte…

Danach ging erst mal nichts mehr: alle standen da, die Sonne brannte und niemand informierte irgendwen. Irgendwann fand jemand heraus, dass man das Gepäck wohl auf der rechten Seite abstellen sollte und auf der linken Seite nur Passagiere ohne Gepäck durchgelassen wurden. Als dies alle begriffen hatten, ging die Sache auch deutlich zügiger voran!

Auf dem Schiff stellte sich dann heraus, dass es trotz zwingender Vorreservierung nicht für alle eine  Sitzplatz gab und einige Passagiere eigentlich nach Praslin wollten. Die Fähre dorthin hatte jedoch bereits einige Zeit vorher abgelegt. So wurde entschieden, dass wir via Praslin nach Mahé fahren würden. 

Wir legten mit einer guten halben Stunde Verspätung ab, legten in Praslin an, um drei Leute aussteigen zu lassen und fuhren weiter in ordentlichem Tempo Richtung Mahé. Der Fahrtwind war herrlich!

In Mahé schnappten wir uns ein Taxi, denn von unserem bestellten Hoteltransfer war weit und breit nichts zu sehen.

Und nun sind wir hier: wir haben uns das Beste für den Schluss unserer Reise aufgespart und sind wiederum in Beau Vallon, diesmal jedoch im Savoy Resort & Spa und lassen es uns hier nochmal so riiichtig gut gehen!

Unser Zimmer ist eine gut 70 Quadratmeter grosse Juniorsuite mit einem riesigen Balkon und Aussicht auf den Garten, die Berge und das Meer. Es ist absolut grossartig!

Da fuhren wir endlich!

Immer weiter weg von Praslin und La Digue

Unser Schlafzimmer

Unser Wohnzimmer

Unser Balkon

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